
Nachdem der Gerolsteiner Klaus Klaeren 1984 als einer der Pioniere den Ausdauer-Dreikampf deutschlandweit bekannt und „hoffähig“ machte, trat schon bald darauf Jörg Ullmann aus Feusdorf auf den Plan. 1988 wurde er im Trikot seines Darmstädter Vereins Deutscher Meister auf der Kurzdistanz, ein Jahr später auf der Mitteldistanz. Auch in den Mannschaftswettbewerben wurde er jeweils mit Gold dekoriert. Weniger bekannt ist der sportlicher Werdegang von Jörg Ullmann im Vorfeld, also in Jugendzeiten. Am 23. September vollendet J. Ullmann das sechste Lebensjahrzehnt. Gelegenheit zu einer kleinen Rückschau auf die sportlichen Wurzeln. Und eine Vorschau zu neuen Plänen.
Jahrgang 1962, verschlug es den damals 16 jährigen Ende der Siebziger in die Eifel, nachdem Vater Walter Ullmann vom damaligen DEMAG – Werk Duisburg in Eifel versetzt wurde. Walter Ullmann übernahm als Diplom-Ingenieur verantwortliche Aufgaben beim Jünkerather Industrieunternehmen. Für Sohn Jörg hingegen war der Umzug in die Eifel erst einmal eine Art von „Strafversetzung“. Denn sportlich hatte Jörg damals schon beachtliche Erfolge im Schwimmsport feiern können. Als er dann in die Eifel kam, sah er für sein Hobby alle Felle davonschwimmen. Immerhin gut, dass es in Jünkerath schon damals ein Hallenbad aber keinen Schwimmverein gab. Daher trainierte er bei den örtlichen DLRG-Ortsgruppen in Jünkerath und Stadtkyll. Er fühlte sich schon bald unterfordert und suchte nach einer neuen Herausforderung.
So kreuzten sich fast zwangsläufig 1979 unsere Wege. Zunächst versuchte er sich auf Sprintdistanzen. Immerhin standen bald 11.4 Sekunden über 100 m und 50.9 über 400 m zu Buche. Aber die Entwicklung geriet ins Stocken, als er sich für den Kurzstreckenlauf als zu verletzungsanfällig erwies. Also riet ich ihm zu längeren Distanzen. Mit Langzeitwirkung. Und nahm ich ihn mit zu Rheinland- und Rheinland-Pfalz Crosslaufmeisterschaften. Er mischte vorne mit, obwohl der Querfeldeinlauf eigentlich nicht sein Ding war. Dafür hinterließ er mit der 3 x 1000 m – Staffel zusammen mit Harald Michels und Thomas Gith (beide aus Oberbettingen) nachhaltige Spuren. Die LGV‘ler wurden 1980 7. der „Deutschen“ in der Jugendklasse A (heute U 20) mit der Superzeit von 7.38.4 Minuten. Immerhin ein Schnitt von knapp unter 2.33 min. Heute, 42 Jahre später, führt der SC Neubrandenburg die Deutsche Bestenliste U 20 mit der fast identischen Zeit von 7.38.32 min. an, um die damalige Leistung des LGV-Trios Zeit richtig gewichten zu können.
Sogar in der „ewigen“ LGV-Bestenliste findet man Jörg Ullmann immer noch. Nämlich auf Rang 7 über 10000 m in 30.54.10 min., gelaufen am 28.04.90 im Koblenzer Oberwerth - Stadion. Sicher wäre das nicht das Ende der Fahnenstange gewesen. Aber der Ruf zum Triathlon wurde stark und stärker. Die Erfolge sollten ihm recht geben.
Unrastig, wie er nun einmal ist, hat Jörg Ullmann nun in seiner neuen Altersklasse sportliche Ziele. Er möchte sich nämlich irgendwann in den nächsten Jahren, wenn es seine Knochen zulassen, nochmals für den Ironman auf Hawaii qualifizieren. Das ist keineswegs einfach. Deshalb hofft er, Knie- und Achillessehnenprobleme möglichst rasch in den Griff zu bekommen.
Nach wie vor steht Jörg Ullmann in der Mitgliederliste des SV 1919 Gerolstein, dank der Triathlon-Abteilung des Vereins.
Auch im organisatorischen Bereich ist Jörg Ullmann nicht untätig. So managt er u.a. auch Samuel Fitwi, den erfolgreichen LGV-Langstreckler. Und ist als Koordinator in der DTU tätig.
Heinz Reifferscheid
(mehrere Jahrzehnte Lauftrainer im VfL 09 Jünkerath/LG Vulkaneifel,
betreute als Trainer Jörg Ullmann bis zu dessen Umstieg auf Triathlon)